Grußworte “Das Rheingold”
Das Projekt “RING Halle Ludwigshafen” steht unter Schirmherrschaft der Ministerpräsidenten der beiden Länder Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt, Kurt Beck und Prof. Dr. Wolfgang Böhmer.
Grußwort von Kurt Beck, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz
Sehr geehrte Damen und Herren,
gerne habe ich zusammen mit meinem Kollegen, Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, im 20. Jahr der Einheit die Schirmherrschaft über den deutsch-deutschen „RING Halle Ludwigshafen“ übernommen. Ich danke allen, die das ambitionierte Projekt ermöglichen: den Initiatoren, Karl-Heinz Steffens, Chefdirigent der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und Generalmusikdirektor der Staatskapelle Halle, Pfalzbau-Intendant Hansgünther Heyme, den Solisten, Sponsoren und nicht zuletzt den Kindern und Jugendlichen, die beteiligt sind. Gerne hat auch das Land Rheinland-Pfalz seinen Beitrag geleistet. Ich hoffe, unser gemeinsames Engagement macht möglich, dass ein „Kunstwerk für alle“ entsteht, wie es Richard Wagner gefordert hat.
Ihnen, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, wünsche ich ein faszinierendes Theatererlebnis.
Ihr
Kurt Beck
Ministerpräsident von Rheinland -Pfalz
Grußwort von Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt
Der Ring des Nibelungen zählt zu den erstaunlichsten Manifestationen des menschlichen Geistes. Der Musikkritiker Joachim Kaiser sprach von einer “einzigartigen, unvergleichlichen Riesenschöpfung”. Zu dieser Riesenschöpfung gehört auch Das Rheingold – der Vorabend, mit dem das Bühnenfestspiel beginnt. Die gewaltigen Dimensionen dieses Weltenschöpfungsdramas sind für jede Bühne eine große künstlerische Herausforderung. Wagner war sich dessen bewusst. Gegen seinen ausdrücklichen Willen wurde Das Rheingold 1869 in München, am dortigen Hof- und Nationaltheater, uraufgeführt. Wagner bestand auf eine Inszenierung der gesamten Tetralogie, und das aus gutem Grund: Das Rheingold ist anspruchsvoll, und seine politische Botschaft kann nur im Kontext des gesamten Rings verstanden werden.
Der Ring des Nibelungen ist Richard Wagners umfangreichstes musikdramatisches Werk. Die Arbeit hat ihn 30 Jahre, fast sein halbes Leben lang, begleitet. In diesem Werk die Summe seiner weltanschaulichen und dramaturgischen Bemühungen zu sehen, ist gewiss nicht falsch. Wagners Ring ist im Laufe der Zeit sehr unterschiedlich interpretiert worden. Seine zentrale Botschaft ist umstritten. Viele Kenner des Wagnerschen Werkes verstehen den Ring vor allem als eine dezidierte Kritik an der Gier und dem Streben nach Macht. Es fällt nicht schwer, Parallelen zu aktuellen Entwicklungen in unserer Gesellschaft zu ziehen.
Wagner gehört zweifellos zu den bedeutendsten geistigen Anregern des 19. Jahrhunderts. In ihm spiegeln sich Triumph und Tragik. Sein Werk wurde politisch instrumentalisiert. Daran war Wagner nicht unschuldig. Zur widersprüchlichen Persönlichkeit Wagners, es gab neben dem Komponisten auch den Schriftsteller Wagner, bemerkte Thomas Mann: “Begnügen wir uns, Wagners Werk zu verehren als ein gewaltiges und vieldeutiges Phänomen deutschen und abendländischen Lebens, von dem tiefste Reize ausgehen werden allezeit auf Kunst und Erkenntnis.” Dem ist auch heute nichts hinzuzufügen.
Prof. Dr. Wolfgang Böhmer
Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt



